Johann Michael Bossard

Johann Bossard im Garten der Kunststätte, o.J (um 1930)

Johann Michael Bossard wurde am 16. Dezember 1874 in Zug in der Schweiz geboren. Nach einer Lehre zum Ofenbauer und Ofenkachelmodellierer studierte er angewandte und freie Kunst in München und in Berlin. 1907 wurde Bossard als Lehrer an die staatliche Kunstgewerbeschule in Hamburg gerufen. In der Zeit von 1907 bis 1912 schuf er mehrere Bauplastiken für den öffentlichen Raum der Hansestadt. Von der Heidelandschaft fasziniert, kaufte er 1911 ein Grundstück in Lüllau bei Jesteburg und begann dort den Bau eines Wohn- und Atelierhauses. Nach dem Ersten Weltkrieg begann Johann Bossard, die Anlage zu einem Gesamtkunstwerk auszubauen. 1926 heiratete er seine Schülerin Jutta Krull. Es ist das Jahr, in dem der expressionistische Kunsttempel erbaut wurde. 1933 beriet sich Johann Bossard mit Freunden, ob er  nationalsozialistische Funktionäre um Unterstützung für die Durchsetzung seiner gesellschaftsutopischen Vorstellungen bitten sollte. Er entschied sich dagegen; der NSDAP trat er nicht bei. Erst nach Johann Bossards Pensionierung im Jahr 1944 nahm das Künstlerehepaar ständigen Wohnsitz an der Kunststätte. Am 27.03.1950 verstarb Johann Michael Bossard an der Kunststätte.