Flächenbrand Expressionismus

12.05.2019 – 11.08.2019

Für die weite Verbreitung und die Popularität des Expressionismus in der Kultur der Zwanziger Jahre war in hohem Maße der Holzschnitt verantwortlich. Es war die Zeit, in der im ganzen deutschsprachigen Kulturgebiet von expressionistischer Musik, expressionistischem Tanz, expressionistischem Film, expressionistischer Mode und sogar von expressionistischer Politik gesprochen und geschrieben wurde. Dabei prägte das allgemeine Bewusstsein davon, was mit dem Begriff „Expressionismus“ gemeint sein könnte, das Erscheinungsbild der scharf geschnittenen Schwarzweißkunst mit ihrer Zackigkeit, ihrer Neigung zur Deformation und ihrem Hang zum Primitiven im Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Der Bestand an expressionistischen Holzschnitten in der Münchner Sammlung Hierling ist von einer auch für Spezialisten erstaunlichen Qualität und Quantität. Sie lässt sich allenfalls vergleichen mit jenen Holzschnittbeständen des Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies in Los Angeles und der Sammlung van der Grinten im Museum Schloss Moyland im niederrheinischen Bedburg-Hau. Aus der Vielheit und Verschiedenheit der mehr als 750 Blätter von etwa 130 Künstlerinnen und Künstlern zeigt die Ausstellung eine Auswahl von etwa 100 Werken, die vor allem die große und überraschende Diversität der Bewegung des Expressionismus sichtbar machen soll. Künstler, die durchaus mal hier oder dort in der Literatur berücksichtigt werden, stehen neben solchen, über die man kaum oder gar keine biografische Information findet. Die stilistische und thematische Bandbreite umfasst heftig Deformierendes und ruhig Idealisierendes, Scharfeckiges und Wohlgerundetes, explosiv Hervorbrechendes und ruhig Beschreibendes. Der Vitalismus ist ebenso vertreten wie die Metaphysik, die Nähe zur nach 1916 sich durchsetzenden Dada-Bewegung ebenso wie die zum vorangegangenen Symbolismus. Naturidyll findet sich neben Großstadtpessimismus, religiöse Visionen neben Weltkriegsgewalt, Porträts neben Fabriklandschaften, Zirkusszenen neben Träumereien über ein Leben unter Naturvölkern.

 

 

Abbildungen:

Georg Schrimpf: Affen, 1921

Wassily Kandinsky: Reiter, 1911

Hanns Bolz: Stadtbrücke, 1912

(c) Sammlung Joseph Hierling

Sonderführungen

Museumssonntag

Mit der ganzen Familie ins Museum! Es erwarten Sie spannende Themenführungen zur Ausstellung, u.a. mit der Museumsleiterin Dr. Gudula Mayr. Für unsere kleinen Gäste bietet das Kinderatelier ein abwechslungsreiches Kreativangebot.
Sonntag, 23.6.2019, 11-18 Uhr, regulärer Museumseintritt

 

Buchen Sie gerne auch Ihre persönliche Führung durch die Ausstellung für
Gruppen (bis 25 Personen) unter
Tel. 0 41 83 / 51 12 oder info@bossard.de.
Mi-So 65 € zzg. Museumseintritt

Zurück